Lemur | Frankfurt + Das Ding ausm Sumpf @ Ponyhof, Frankfurt [14. März]

Lemur | Frankfurt + Das Ding ausm Sumpf


144
14.
März
20:00 - 23:00

 Facebook-Veranstaltungen
Ponyhof
Klappergasse 16, 60594 Frankfurt am Main
Facts:
Einlass: 20 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
AK: 15 Euro
VVK: 12 Euro zzgl. Gebühren
VVK-Link:
11-er.tickets.de/de/events/10257-Lemur

Bands:
Lemur
Web || facebook.com/lemurmusik/

Das Ding ausm Sumpf
Web II facebook.com/dasdingausmsumpf/

Location:
PONYHOF CLUB
Klappergasse 16
60594 FFM-Sachsenhausen
ponyhof-club.de
facebook.com/ponyhofclub
Follow on Instagram:
instagram.com/ponyhofaltsachs
— Der Godfather des Galgenhumors auf fröhlicher Sterbetour

Lemur, der Wahlberliner Rapper und Produzent, hat keinen Bock mehr aufs Menschsein. Mutiert zum
Feuchtnasenaffen redet er Klartext: Die Tiere haben Beef mit uns. Der Planet übrigens auch. Aber egal. Lasst uns
feiern, bis es zu Ende geht, denn stigge-di-sterben tun wir sowieso alle irgendwann. Vielleicht ja schon morgen, denn
bei Lemur hat der Tod Logen-Plätze.
„Der Godfather des Galgenhumors;
wenn er besoffen ist, nimmt er auch mal den Falschen mit fort.
Sagt am nächsten Morgen, tut ihm leid, sein Film ist gerissen.
Wie oft ihm das passiert, verdammt, ich glaub, das willst du nicht wissen.“
(„Sterben“)
Lemurs neues Album „Die Rache der Tiere“ ist ein einziger Abgesang auf den Zustand unserer Gesellschaft.
Seine menschliche Schlachteplatte startet ganz weit oben, in der Freiheit des Weltalls. Dann schmiert sie songweise
ab, dringt tief ein in den Gemischtwarenladen des Lebens, um sich am Ende doch noch einmal in die Lüfte zu
schwingen. Denn auch das ist Lemur: hypersensibel bis bipolar schwankt er von einer glücklichen Phase in einen
depressiven, misanthropischen Zustand und wieder zurück. „Auf dieser Platte ist das Gefühl des Aufbruchs in sehr
vielen Songs ein Thema. Die Erkenntnis, nach allem Abgründigen, das ich erlebt habe, immer noch am Leben und
ziemlich gesund zu sein, und außerdem das machen zu können, was ich liebe, hat viele Zweifel und Ängste besiegt.“
Ein Lemur muss tun, was ein Lemur tun muss. Und diese Lieder, sie müssen eben raus aus ihm. „Ich bin sehr
getrieben. Schreiben und produzieren ist bei mir genauso lebenswichtig wie Essen, Schlafen und Stuhlgang, wobei der
Schlaf oft hinter das Musizieren zurücktreten muss.“ Er baut die besten Beats wenn’s ihm scheiße geht, rappt er in
„Batterie“, und so bringen auch seine schlechtesten Gemütsphasen noch Positives hervor. Die Energie richtet er
gegen alles, was ihn kaputtmacht – religiöse Konflikte, soziale Gleichschaltung, Online-Zeitverschwendung, der
Kater am Montagmorgen. Doch am Ende geht die Sonne auf, auch wenn er sie gar nicht gleich erkennt, zu lange hat
er sie schon nicht mehr gesehen.
Das Ergebnis: 100% Lemur. Eine musikalische Melange zwischen Boom Bap und Elektronik, wie gewohnt
handgemacht, im Vergleich zum Vorgängeralbum „Geräusche“ jedoch eingängiger, ohne an Abstraktionsmustern
zu verlieren. Er flowt wie der Amazonas, kombiniert komplexe Textpatterns mit Melodie-Elementen und fesselt
all seine Rapskills auf den selbstgebauten, adipös-wummernden Beats. Noch nie hat Sterben so viel Spaß
gemacht. Der Philosoph und wandelnde Wortwitz Marten McFly ist wieder mit dabei, die Rapperin Nazz, der
MC FairS – alles Leute, die Lemurs gesellschaftlichen Reimegarten mit ihren Ideen bestens gedüngt haben.
Die vergangenen zwei Jahre waren für Lemur ein künstlerischer Befreiungsschlag, der in „Die Rache der Tiere“ nun
seinen Ausdruck findet. Im kuscheligen Label-Zuhause der Käptn Peng-Familie zu einem glücklicheren Mensch
geworden findet der Künstler heute den Nährboden für seine musikalischen Visionen, die sich zunehmend von
Genregrenzen befreien. „Heute ist es ziemlich egal, vor was für ein Publikum man mich stellt: Ich werde es rocken.“
Anekdote zu „Die Rache der Tiere“:

„Da ich ja, auch nach bald drei Jahren Lemur, immer noch ständig gefragt werde, wieso ich Lemur und nicht mehr Herr
von Grau heiße, habe ich gedacht, ich muss die Geschichte, wie ich mich in einen Feuchtnasenaffen verwandelte, in
einem Song erzählen. Die Aufnahmen dazu fanden in der heißesten Phase des letzten Sommers statt, mit
Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke in meinem nicht klimatisierten Mini-Home-Studio, zu einer Zeit, in der ich
tagelang nicht schlief. Einmal bin ich in der Gesangskabine umgekippt. Als ich wieder zu mir kam, merkte ich, dass auf
dem Boden das Wasser stand, das mein Schweiß war, und ich lag mit der Nase mittendrin.“
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